Künftig wird es Saarlandweit die erste offizielle Kreisüberschreitende Zusammenarbeit der

Feuerwehren Merchweiler (Landkreis Neunkirchen) und Quierschied (Regionalverband Saarbrücken) geben. Den Vertrag hierzu unterzeichneten am 7.Mai Bürgermeisterin Karin

Lawall (Quierschied) und Bürgermeister Walter Dietz (Merchweiler) im Bistro Cafe Cantine Flöz

im ehemaligen Grubengelände Göttelborn anlässlich einer Pressekonferenz.

Doch was machte es erforderlich, einen solchen Vertrag zu schließen? Hierzu sagte Karan Lawall, dass man Anfang

2013 verbunden mit dem Demographischen Wandel die schmerzliche Entscheidung treffen

musste, den Löschbezirk Göttelborn mangels aktiver Mitglieder zu schließen. Dies jedoch, so

Lawall, sei bis dahin ein langwieriger Prozess gewesen, den der damalige Brandinspekteur im

Regionalverband Saarbrücken Rainer Schwarz mit begleitet habe, wofür sie ihren Dank

aussprach. Zwar sei trotz der Schließung der Brandschutz gewährleistet gewesen, jedoch habe

man wegen der großen Unternehmen Nanogate und Hydac, sowie immer stärker werdenden

Industrieansiedlungen auf dem ehemaligen Grubengelände über Verbesserungen im

Brandschutz nachdenken müssen. Erste Gespräche hierzu, führte der Quierschieder

Wehrführer Jürgen Meiser mit Bruno Henkes, Wehrführer der Gemeinde Merchweiler. Da man

bereits eine langjährige Freundschaft mit Merchweiler pflege, ob bei Übungen oder Einsätzen

(damals noch mit dem Löschbezirk Göttelborn), dürfe es kein Thema sein, „ verstärkt“

Kreisüberschreitend zusammenzuarbeiten. Nach Vorschlag beider Wehrführer an Karin Lawall

und Walter Dietz sich diesbezüglich Gedanken zu machen, stieß der Vorschlag nicht nur bei

diesen, sondern auch in den Gemeinderäten auf großes Interesse und Wohlwollen. Nachdem

einige Formalitäten problemlos geklärt waren, wurde schließlich ein „ öffentlich-rechtlicher

Vertrag“ über die Zusammenarbeit der Feuerwehren der Gemeinden Merchweiler und

Quierschied aufgelegt. Dieser sieht vor, dass die Feuerwehr der Gemeinde Merchweiler die

Feuerwehr der Gemeinde Quierschied im Ortsteil Göttelborn und auf den Autobahnen A8

sowie A1 unterstützt. In den Einsatz kommt die Feuerwehr Merchweiler ab der Alarmierung mit

dem Stichwort „ Brand 3“, zu der etwa ein Lagerhallen- oder Wohnungsbrand mit

Menschenrettung gehört. Hinzu kommen Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen,

Gefahrgutunfälle (in der Zeit von 06:00 Uhr bis 18:00 Uhr) oder aber jegliche Einsätze auf dem

Gelände Gewerbegebiet Campus im ehemaligen Grubengelände, hier dann für 24 Stunden. Im

Gegenzug unterstützt die Feuerwehr Quierschied die Feuerwehr Merchweiler beim Füllen der

Atemschutzflaschen

oder bei Bedarf mit dem Drehleiterfahrzeug. Gemeinsame Übungen der

beiden Wehren, Orts – und Objektkunde, sowie eine entsprechende Abstimmung zwischen den

Wehrführern, sind ein wichtiger Bestandteil der künftigen Zusammenarbeit. Nachzulesen ist in

dem Vertrag auch, dass die Wehren ihre Aufgaben mit den eigenen Fahrzeugen und

Ausrüstungsgegenständen durchführen. Bereits seit längerem, so Karin Lawall, lebe man diesen

Vertrag unter den Wehren intensiv aus. Die Unterzeichnung heute trage dazu bei, eng

zusammenliegend noch näher zu rücken. Bürgermeisterin Karin Lawall dankte beiden

Verwaltungen und den Wehrführern für gute und kooperative Verhandlungen zu diesem

Vertrag, sowie alle die hierzu beigetragen haben. Wenn man weiß, mit wem man es zu tun

habe, so der Merchweiler Bürgermeister Walter Dietz, falle vieles leichter wie in diesem Fall,

der Zusammenarbeit beider Wehren. Gemeinsam hätten es die Gremien ermöglicht ein

Sicherheitsziel

zu erreichen. Zu erreichen, dass Göttelborn in Sachen Brand – und Technischer

Hilfe, auf schnelle und sichere Hilfe bauen könne. Gekommen war auch Landesbrandinspekteur

Bernd Becker. Für ihn sei es das erste Mal, dass er bei solch einer Art von Kooperation dabei

wäre. Sicherheit müsse gewährleistet werden, weshalb es Gang und Gebe wäre,

Nachbarwehren je nach Einsatzmeldung im ersten Alarm mit zu alarmieren. Ein Vertrag, wie er

hier zur Kooperation zweier Wehren geschlossen werde, könne nur gut sein. Becker betonte,

dass es zum 31.12.2013 im Saarland noch 341 Löschbezirke gab, diese Zahl sei bis heute auf 330 gesunken.

Regionalverbands Brandinspekteur Tony Bender stellte die Frage, wie es denn auf

Dauer im Land mit der Einsatzbereitschaft weiter gehen werde. Zwar sei dieser

Kooperationsvertrag eine gute Sache, könne aber nicht über ein grundsätzliches

Gesellschaftsproblem hinwegtäuschen. Er verglich die Merchweiler Kameraden als „ weiße

Ritter“ die zur Hilfe herbeigeeilt seien. Die Frage stelle sich nur, ob man überall solche weiße

Ritter findet oder eher weiße Flecken auf der saarländischen Landkarte. Wichtig, so der

Brandinspekteur, sei das „ Werben“ zum Mitmachen in der Feuerwehr. Bender sei froh, dass

die Wehren Quierschied und Merchweiler Kreisüberschreitend zusammenarbeiten, was die

beste Basis einer gesicherten Feuerwehr Zukunft sei. Neunkirchens Kreisbrandinspekteur

Werner Thom erwähnte, dass eine Kooperation wie sie jetzt vollzogen werde, im Landkreis

Neunkirchen nichts Neues sei. Hier arbeite man bereits seit längerem mit Nachbarwehren

zusammen. Da die Merchweiler Wehrleute wegen der kürzeren Anfahrt wohl vor der

Feuerwehr Quierschied im Einsatzgebiet des ehemaligen Grubengeländes sei, müsse hier, was

den vorbeugenden Brandschutz angehe, besonders gut miteinander gearbeitet werden. Ein

Problem sah Thom in der Alarmierung der Wehren. Während Merchweiler über den

Zweckverband für Rettungsdienst – und Feuerwehralarmierung (ZRF) alarmiert werde, würden

die Kameraden aus Quierschied von der Berufsfeuerwehr Saarbrücken alarmiert. Man müsse,

so Thom, das Beste hieraus machen. Wehrführer Jürgen Meiser fand es äußerst schade, dass

man Löschbezirke schließen müsse wie es in Göttelborn geschehen sei. Doch man habe mit

dem Vertrag der Zusammenarbeit einen zukunftsweisenden und richtigen Schritt getan. Dem

schloss sich der Merchweiler Wehrführer an, der hinzufügte, dass man jetzt über eine gute

Tagesalarmbereitschaft verfüge. Merchweiler sei für andere Gemeinden immer gerne und

unterstützend da. Am Ende der Pressekonferenz, zeigten sich alle Anwesenden mit der

Unterzeichnung dieses erstmals im Saarland geschlossenen Vertrages einer Zusammenarbeit

Kreis überschreitender Feuerwehren sehr zufrieden. Bis Ende 2013, rückte der Löschbezirk

Göttelborn jährlich zu 15 bis 20 Einsätze aus, wobei hier auch schon die Merchweiler

Kameraden drei Mal mitalarmiert wurden. Bereits vier Tage nach der Vertragsunterzeichnung,

rückte die Quierschieder und Merchweiler Feuerwehr zu einem Küchenbrand nach Göttelborn

aus, wobei es sich lediglich um angebranntes Essen handelte. Derzeit verfügt die Quierschieder

Wehr über 80, die Merchweiler über 90 aktive Mitglieder.

Pressesprecher F.F. Regionalverband SB Rafael Mailänder

 

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Samstag, 25. November 2017

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